Portrait

Sebastian Formella begegnet der Welt mit einer bewundernswerten Leichtigkeit, die er im Sport nahezu perfektioniert.

Ohne verbissen zu wirken, packt er es an, seinen großen Traum, den Boxsport, zu leben. Über sich selbst lachen, kann Sebastian gut. Er nimmt die Dinge, wie sie kommen, ohne dabei abzuwarten. Denn sein Erfolg resultiert nicht aus dem Zufall heraus. Hartes Training zahlt sich eben aus. Mittlerweile boxt der Hamburger Jung bei Sat 1und ran-fighting.de gemeinsam auf Veranstaltungen mit Jürgen Brähmer und Arthur Abraham.

Als 14-Jähriger begann Sebastian Formella zu boxen, aber die Begeisterung für Sport kam schon viel früher zum Vorschein. Kunstturnen liebte Sebastian so sehr, wie andere Kinder seines Alters ihre Matchboxautos. „So was wie fliegen“ muss es wohl gewesen sein, wenn Sebastian seine Saltos sprang. Wer Sebastian schon zu Amateurzeiten kannte, bestätigt gern sein akrobatisches Können. Denn als Amateurboxer feierte er seine Hamburger Meistertitel im Ring mit einem Salto aus dem Stand. Mittlerweile verzichtet Sebastian auf dieses Kunststück, da die Verletzungsgefahr zu groß sei. Nichts desto trotz erinnert er sich gern zurück.

Sebastian Formella

Erfolge im Boxsport zu feiern, setzt harte Arbeit voraus. Disziplin und Ehrgeiz stehen im Vordergrund. Dabei wird nicht nur der Körper gefordert. Ganzheitlich werden Körper und Geist trainiert und das unabhängig von Nationalitäten. Boxsport ist ein Plädoyer für Chancengleichheit und Toleranz. Und wer könnte mehr dafür einstehen, als ein Hamburger Jung made in Poland. Auf Sebastians Boxhose ist neben der deutschen auch die polnische Fahne gestickt. Seine Herkunft ist dem in Polen geborenen und 1989 nach Hamburg gekommenen Kämpfer wichtig.

Doch allem Voran steht Fairplay und das über den Boxring hinaus. So ist es nahezu unmöglich, Sebastian nicht zu mögen. Während viele Boxer ihre Siege auf VIP-Partys oder an Hotelbars begießen, feiert der in zwölf Profikämpfen unbesiegte Heimfelder seinen Triumpf im engsten Kreis. Immer an seiner Seite steht dabei sein Vater. Ein Fan der ersten Stunden. Schon zu Amateurzeiten reiste sein Vater zu jedem einzelnen Kampf, spielte den Chauffeur und sponserte seinen Sohn. „Ich wünsche mir, dass meine Kinder ihre Träume leben. Ich unterstütze sie, wo es geht“, sagt der stolze Vater. Sebastians Mama ist nicht weniger stolz, jedoch kann sie als Mutter den Anblick ihres ältesten Sohnes im Ring nicht ertragen.

Vielleicht beruhigt es Sebastians Mutter, dass er neben dem Boxsport noch ein anderes Leben führt. Im normalen Leben ist Sebastian Formella nämlich Brückenfahrer auf dem Container-Terminal im Hamburger Hafen. Diesem Umstand verdankt er auch seinen Spitznamen, dem ihn die Bild-Zeitung verlieh. Respektvoll wurde er „Hafen-Basti“ getauft. Dabei hat er diesen Beruf vielleicht nicht ganz losgelöst vom Boxsport gewählt. Denn wenn Sebastian in seiner Kanzel Platz nimmt, muss jeder Handgriff sitzen. Schließlich gilt es die 20 bis 45 Fuß langen Großraumbehälter so vorsichtig zu bewegen, dass die darin befindliche Ladung nicht beschädigt wird. Die Verantwortung trägt Sebastian gern, denn er vertraut auf sich und sein Können ohne dabei abzuheben.

Einem von Grund auf bodenständigen Typen ist es wohl auch unmöglich abzuheben, es sei denn in Richtung Boxsport-Olymp. Seine Fans wünschen ihm das von Herzen. Und so freuen sie sich jedes Mal, wenn Sebastian zu „Can’t hold us“ den Ring betritt.

Meine Statistik

12
Gewonnen
8
KO
0
Verloren
0
Uentschieden

Meine Kämpfe

31
Oct
2015
Sebastian Formella
Score
KO
VS
-
Robizon Omsarashvilli
Hamburg
20
Jun
2015
Sebastian Formella
Score
UD 10 / 10
VS
Mazen Grike
Hamburg
28
Feb
2015
Sebastian Formella
Score
UD 10 / 10
VS
Pietro d´Alessio
Hamburg
08
Nov
2014
Sebastian Formella
Score
RTD ./. -
VS
Cenk Ulug
Hamburg
08
Oct
2014
Sebastian Formella
Score
TKO ./. -
VS
Dogan Kurnaz
Kassel